Therapie

Therapie #1 | Aller Anfang ist eigentümlich.

Den Anfang suchen

Eigentlich mag ich die Vorstellung nicht, dass ich jemandem von mir erzählen muss. Nicht falsch verstehen … meine Meinungen gebe ich durchaus preis. Aber darüber wie’s mir in bestimmten Situationen geht eher nicht so viel. Warum? Weil ich mich nicht damit beschäftigen will.

Bisher hat das ja ganz gut funktioniert. Also … ich als Spock. Aber scheinbar gibt es – zumindest nach gewisser Zeit – ein paar unangenehme Nebenerscheinungen. Zum Beispiel die, dass man kaum noch Grund darin sieht überhaupt noch zu … funktionieren.

Hey – gar nicht schlecht. Zwei Absätze und schon so viele Drei-Punkte-Sätze. Also „…“, meine ich. Wie dem auch sei.

Ich bin seit vier Wochen in einer Therapie. Es war eigentlich von Anfang an klar, dass ich eine benötigen würde; trotzdem hat’s ja – nach über zehn Jahren – noch ein Weilchen gedauert bis ich mir jemanden suchen konnte.

Die erste Frage, die mir die Therapeutin gestellt hat, lautete: „Wie haben Sie mich gefunden?“. Spannend. Ich habe die erstbeste ausgewählt. Nicht, weil ich zu faul zum Suchen war. Es war eher so: Ich glaube, dass meine Fähigkeit, dir richtige Wahl zu treffen, schwer anzuzweifeln ist. Immerhin bekommt man keine Depressionen von seiner Ausgeglichenheit und den tollen Entscheidungen. Letzteres ist natürlich optional – bei mir aber zweifelsfrei zutreffend.

Natürlich ist mir die Ironie klar: Ich musste mich ja für einen Weg entscheiden eine Therapie anzugehen. Und ob das eine gute oder schlechte Entscheidung sein würde, wird sich erst weisen. Jetzt lese ich jedenfalls einiges über die Therapieform und darf feststellen: Weiter könnte die Persönlichkeit ihres Begründers eigentlich nicht von meiner entfernt sein.

Gut oder schlecht? Was meinst Du? Nicht, dass sich dadurch etwas ändert … aber ich würde mich dafür interessieren, ob jemand eine bessere Idee gehabt hätte…

Photo by Paula Schmidt from Pexels

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, ehemaliger Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Früher habe ich hier nur über Bücher geschrieben. Jetzt schreibe ich hier nur über das Leben.

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