Comic

Wolverine: Old Man Logan

Alles hat einmal ein Ende - auch Hugh Jackmans Karriere als Wolverine. Für den letzten Film wünschten sich viele Fans die Story aus 'Old Man Wolverine'. Aber worum geht's dabei eigentlich?

Der Mutant, der als letzter noch stand

oldmanlogan1Die Helden sind am Ende. Nicht so am Ende wie sonst – viel schlimmer. Denn während tote Superhelden normalerweise nach einiger Zeit wieder auferstehen, wird der Tod mehr zu einem Neustart denn zu einem Schlusspunkt. Anders verläuft das Ganze in der Vorgeschichte zu ‚Old Man Logan‘; jenem Comic rund um Wolverine, der vielleicht zur Grundlage des letzten Auftritts von Hugh Jackman werden könnte.

Denn nur wenige Schauspieler sind so sehr mit ihrer Rolle verwachsen wie Jackman. Allenfalls noch Robert Downey Jr in seiner Rolle als Tony Stark – aber sonst?

Für mich ist der letzte Auftritt des australischen Darstellers in seiner Parade-Rolle jedenfalls Grund genug mir die sensationelle Geschichte von Logan (alias Wolverine) in der Zukunft anzusehen. Denn diese ist völlig anders als alles, was wir sonst von krallenbewehrten Hitzkopf kennen.

Ein Western?

Da wäre zunächst das Setting. ‚Old Man Logan‘ spielt in einer fernen Zukunft, in der die Superschurken sich endgültig verbündet haben um die Helden ein für alle mal zu vernichten. Wie im Comic selbst an einer Stelle gesagt wird kommen auf jeden einzelnen Kämpfer der Gerechtigkeit 20 bis 30 Gegner – und dieses Verhältnis ist es dann auch, das den Ausschlag gibt. Captain America, Spiderman, Iron Man – sie alle werden Opfer dieser einmaligen Verbindung.

Auch Wolverine bekommt es mit einer Übermacht zu tun; wenngleich diese in seinem Fall ganz anders aussieht, als er das zunächst wahrnimmt. Der Kampf dauert länger – und sein einziger überlebender ist sein größtes Opfer. Gebrochen und verstört schwört Wolverine nie wieder seine Krallen auszufahren und nie wieder ein Leben zu nehmen. Noch nicht einmal das seiner größten Widersacher.

Logan als Farmer

Nach und nach erobern die Superschurken also den Boden, auf dem die dezimierte, geknechtete Bevölkerung lebt. Red Skull, Kingpin, Magneto – sie alle teilen das Land unter sich auf und werden zu unnachgiebigen Landlords. So begegnen wir Wolverine das erste Mal in seinem neuen Leben als Farmer auch im Kreise seiner Familie, während die Nachkommen von Bruce Banner (dessen strahlenverseuchtes Gehirn ihn irgendwann die Seite hat wechseln lassen) mit Nachdruck die Pacht eintreiben wollen. Selbst als sie ihn verprügeln – nur um ein Exempel zu statuieren – wehrt er sich nicht.

Schließlich taucht Hawkeye auf. Die letzten 50 Jahre haben auch dem ehemaligen Avenger übel mitgespielt und ihn sein kostbares Augenlicht gekostet. Er ist es auch, der Logan eine Möglichkeit bietet die Pacht aufzutreiben, die von den Hulk-Sprößlingen eingetrieben werden wird. Logan soll einmal quer durchs Land mit ihm fahren, um eine kostbare Fracht abzuliefern.

Während ihres mehrere Ausgaben umspannenden Abenteuers lernen wir eine zerstörte Welt kennen, in der das Faustrecht über jede Vernunft triumphiert hat – und in der Wolverine Geschichte ist.

Düsteres Fazit

Der gesamte Comic ist ausgesprochen trostlos und düster – also dem Charakter des Protagonisten würdig. Ich habe selten einen so blutrünstigen Marvel-Comic gelesen wie ‚Old Man Logan‘ und mich an so mancher Stelle gefragt, ob man die Story eigentlich auf die Leinwand bringen kann ohne alle unter 16 Jahren vom Zusehen auszuschließen. Ich bin zwar noch zu keinem Schluss gekommen; aber wahrscheinlich würde das Script darunter leiden.

Selten habe ich eine Mischung aus Superhelden- und Western-Genre gelesen. Und noch seltener hätte ich mir vorstellen können, dass mir diese Mixtur auch noch gefallen könnte. Aber bei ‚Old Man Logan‘ ist es so. Die beinahe schon an den Grundton von DC grenzende Hoffnungslosigkeit des Plots ist bedrückend – und doch etwas komplett anderes als in sämtlichen mir bekannten Wolverine-Stories.

Auch die Wandlung von Wolverine zum Pazifisten ist mehr als logisch nachvollziehbar. Im Gegensatz zu etwa Hawkeye ist er seinen Prinzipien treu geblieben, was ihn daran hinderte seine Trauer zu überwinden. Jene Trauer, die ihn seit der Nacht des Angriffs durch die Superschurken verfolgt. Das Schicksal seiner Familie als Wendepunkt zu inszenieren war ein glaubwürdiger Plot-Twist, auch wenn es mir lieber gewesen wäre man hätte dieses Problem anders gelöst.

Aber was rede ich? Lest den Comic selbst! 🙂

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Viel Erfolg in der kommenden Zombie-Apokalypse! Wer meinen (einschlägigen) Buchempfehlungen folgt, der hat Chancen. Allen anderen kann ich nur empfehlen als Zeichen des Widerstands wenigstens nicht lecker zu schmecken. :)

Add Comment

Click here to post a comment

Dein Senf:

Goodreads

Werbung

Goodreads Challenge 2017

2017 Reading Challenge

Sinn has read 0 books toward his goal of 80 books.
hide
%d Bloggern gefällt das: