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Wie schnell man vor Zombies davonlaufen muss…

Wie schnell muss man laufen, wenn die hungernden Massen hinter einem her sind hängt vor allem von einem ab: Handelt es sich um schnelle oder um langsame Zombies? Klingt profan - ist aber so. Hier ein Guide darüber, was die beiden unterscheidet...

Ist es Rassismus?

Wer viel mit Zombies zu tun hat (so wie ich etwa … also rein beruflich *räusper*), der kennt den Unterschied zwischen den verschiedenen Zombie-Gattungen ganz gut. Wer sich allerdings schon immer gewundert hat warum die wankenden Untoten aus der Nachbarschaft mal schneller und mal langsamer unterwegs sind, dem möchte ich das kurz erklären. Ganz kurz … wer weiß, wie schnell ihr die Lage in Eurer Gegend ausloten und darauf reagieren müsst! 😀

Der gemeine gemeine Zombie*

Eigentlich scheint die Sache recht klar: Ein Zombie ist ein Untoter mit erstaunlichem Appetit. Doch nicht einmal diese Gewissheit kann eine solche sein, sind doch viele Zombies noch nicht einmal ordnungsgemäße Grabesverweigerer. Schließlich trennt sich die gesamte Gattung, die sich erst im Zuge des Films ‚A Night of the living Dead‘ von den Guhlen emanzipierte, in zwei große Gruppen: Den schlurfenden langsamen Zombie und den hysterischen schnellen Zombie.

Letztere sind es, die sich oft sogar weigern die Zombie-Geburtszeremonie vollständig hinter sich zu bringen.

Schnelle Zombies: Eigentlich nur ein bisschen sauer

28dayslater
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Es gibt bekanntlich zwei Arten zum Zombie zu werden: Infektion durch Biss und Tod in einer virusverseuchten Welt. Die schnellen Zombies sind meist Opfer eines Experiments mit modifizierten Erregern, die darauf aus sind eine bestimmte Spezies (häufig Affen, des Menschen nächste Verwandte) zu aggressiven Irren umzufunktionieren. Ab dem Zeitpunkt, wo Gewalt das einzige ist, was bei Infizierten noch funktioniert, verteilt sich das Virus dann meist von alleine – häufig durch Bisse.

Die schnellen Zombies sind also in den meisten Fällen nicht tot. Das macht (dramaturgisch) einen großen Unterschied, bedeutet es doch auch, dass sie auf ganz normale Weise sterben können. Ein Schuss ins Herz hält also auch diese Zombies auf; Verbluten ist für sie eine echte Option. Natürlich sind sie andererseits nicht so leicht niederzustrecken wie so mancher von uns – häufig ignorieren sie schwere Wunden deutlich länger als wir das täten.

Was diese Sorte Zombies jedenfalls so gefährlich macht ist ihre Fähigkeit sich in den Resten der post-apokalyptischen Welt zu bewegen. Statt brav dahinzuschlurfen und nur in großen Herden Gefahr darzustellen sind sie oft dazu in der Lage ihre Opfer zu verfolgen – auch indem sie etwa Leitern hochklettern oder manchmal sogar noch Türen öffnen können.

Natürlich sind auch die schnellen Zombies nicht mehr in der Lage bis drei zu zählen oder einen Film im Kino von Anfang bis Ende sehen zu können (würde ja auch keinen Spaß machen, bei all den Zuckungen des Sitznachbarn und dem lauten Geschrei der armen nicht-infizierten Zuseher, die als Popcorn-Ersatz herhalten müssten).

Ein tolles Beispiel für diese Sub-Spezies menschlicher Nager ist übrigens der Film 28 DAYS LATER (und natürlich die Fortsetzung 28 WEEKS LATER, für die ganz-Apokalypse-süchtigen).

Langsame Zombies: Verwesungsprozess im Vollbildmodus

thewalkingdead
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Die ältere Art der Gattung hartnäckiger Beißer ist jene der langsamen Zombies. Diese Vertreter ihrer Spezies folgen dem klassischen Muster aus Tod und Wiederauferstehung. Auch in ihrem Fall gibt es meist einen Auslöser für die erste Infektion, bevor sie durch ruppige Zärtlichkeiten (aka Bisse) weiter verbreitet wird. Ihre Fähigkeiten sich zu orientieren sind meist stark eingeschränkt, und die Laute, die sie von sich geben, sind meist der Kategorie Röcheln zuzuordnen.

Wirklich gefährlich sind sie vor allem in großen Gruppen, zu denen sie sich in den meisten Geschichten irgendwann zusammenrotten. Anders als die schnellen Vertreter ihrer Spezies sind sie für die Welt der Geräusch was Motten für das Licht sind: Sie werden einfach davon angezogen. Das führt eben nicht nur zur Bandenbildung sondern oft auch dazu, dass man recht bald einer stillen Umwelt ausgesetzt ist, in der die Geräuschvermeidung zu jener besonderen Art von Stille führt, die jedes Geräusch sogar zu verstärken scheint.

Da diese Form der Zombies meist einem Verwesungsprozess ausgesetzt ist gibt es ein natürliches Ablaufdatum. Selbstverständlich wird dieses oft von den Regisseuren ignoriert – nichts desto trotz gibt es ein logisches Ende einer solchen Apokalypse. Abgesehen vom Zerfall der Körper ist es ihnen nämlich außerdem unmöglich das Gefressene zu verdauen – und das führt zu unschönen Szenen, sobald sie weiterfressen obwohl die Mägen schon voll sind.

Natürlich sind sie die weit unrealistischeren Zombies. Die Wahrscheinlichkeit ihrer Existenz liegt so tief unterhalb der statistischen Wahrnehmungsschwelle, dass Ihr gute Chancen habt zu überleben, wenn Ihr Euch als Einzige auf sie vorbereitet habt. 😉

Tolle Beispiele für diese Art von Zombies sind ‚The Walking Dead‘ oder die Filme von George A Romero.

Weiterführende Lektüre

zombiesurvivalguideEin Buch, das ich jedem Zombie-Fan sehr empfehlen kann, ist Max Brooks ‚Der Zombie Survival Guide – Überleben unter Untoten‘. Zwar ist das Buch nicht halb so witzig wie so manche Rezension (oder das Cover) suggeriert. Trotzdem enthält es viele faszinierende Einsichten in die Welt der Boten der Apokalypse – und natürlich in das Leben eines Autors, der zu viel Zeit zu haben scheint. Ernsthaft. Er hat so viele verschiedene Fakten zusammengetragen, dass dieser SCHNELL VS LANGSAME ZOMBIES – GUIDE meiner Wenigkeit daneben nicht einmal wie das Prelude zum Vorwort wirken kann. 😀

Jedenfalls enthält sein Buch nicht nur einige Theorien darüber wie man überleben kann, sondern unter anderem auch tolle Spekulationen über die verschiedenen Arten von Ursprüngen solcher Weltuntergänge – und wie lange es dauern könnte, bis der jeweilig aufgetauchte Typus ordnungsgemäß und artgerecht verrottet.

Für alle anderen sei nur soviel gesagt: Früher als man denkt. Länger als man wahrscheinlich überleben könnte. 😉


Anmerkungen

*) Ist nicht doppelt gemoppelt. Stimmt so. 😀

Das Buch: Der Zombie Survival Guide

ISBN 978-3-442-47423-3
Preis (D) 8.99 | (A) 9.30
Link zum Buch auf der Website des Verlags

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Viel Erfolg in der kommenden Zombie-Apokalypse! Wer meinen (einschlägigen) Buchempfehlungen folgt, der hat Chancen. Allen anderen kann ich nur empfehlen als Zeichen des Widerstands wenigstens nicht lecker zu schmecken. :)

3 Comments

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Dein Senf:

  • Klar. Klassische Unterscheidung in langsame und schnelle Zombies ist grundsätzlich richtig.

    Aber stell‘ dir vor, ich höre gerade eine Reihe, in der (bis jetzt) sogar 3(!) verschiedene Arten in 3 unterschiedlichen Mobilitätsstadien vorkommen! In der „Arisen“ Reihe von Michael Stephen Fuchs und Glynn James gibt es a) die langsam schlurfenden „Zeros“ (militrärisches Alphabet für Z = Zero = Zombie) b) die „Romeos“ (R=Runner), die auch schnell laufen können und c) die irre schnellen und sogar springenden „Foxtrotts“ (F = äh… f****). Und ALLE 3 Sorten sind Wiederauferstandene.

    Mit anderen Worten: Danke für deine Einführung ins Zombie-Geschwindigkeits-Thema. Aber es ist tatsächlich kompliziert. Und ich bin gespannt, wann die ersten fliegenden Zombies auftauchen. 😉

    Röchelnde Grüße,

    Ute

    • Sensationell – da hält sich also jemand nicht an die Gepflogenheiten eines geordneten Weltuntergangs. Ich glaube, ich werde mir das einmal ansehen müssen! 😉

      • Unfassbar, oder? Aber das sind eben hartgesottene Marines, die die Zombies bekämpfen. Die brauchen schon eine Herausforderung. Wenn das die langsame Sorte Zombies wäre, hätte sich das mit der Apokalypse schon in Teil 1 erledigt. So aber sind wir inzwischen bei 8 Teilen. Zweckgebundene Zombie-Beschleunigung, sozusagen.
        Gibt’s bisher übrigens leider nur auf Englisch.

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