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Weltenspringer: Lasst uns in einem Buch leben!

Auf der Suche nach einem Buch, das die Fantasie von Kindern zwischen 11 und 12 Jahren mal so richtig fordert? 'Weltenspringer' könnte genau das richtige sein!

Weil ‚real‘ langweilig und unpraktisch ist

WeltenspringerFrüher oder später wünscht sich jeder von uns die Fähigkeit in ein Buch eintauchen zu können. Und damit ist die übertragene Variante gemeint, in der man sich selbst einfach nur vergisst und dem Leben einer anderen Person anschließt. Nein. Ich meine das durchaus wörtlich. Was wäre also, wenn wir die Fähigkeit dazu hätten? Wir müssten zB nie wieder Kochen – denn es würde ausreichen sich in ein besonders leckeres Festmahl in zauberhafter Umgebung zu lesen. Auch Urlaube auf dem Mars wären kein Problem mehr. Mir-nichts-Dir-nichts wären wir Lichtjahre entfernt oder in Zauberschlössern daheim.

Tja. Wie beneidenswert ist also die junge Bethany, die über diese Fähigkeit verfügt? Genau. Das denkt auch Owen, der sie dabei beobachtet, wie sie mit einem verzauberten Lolly aus „Charly und die Schokoladenfabrik“ steigt; denn dort hat sie einige Zeit verbracht um sich eine Auszeit vom langweiligen Unterricht zu gönnen.

Und wie wir anderen das auch täten, spricht er sie natürlich sofort darauf an. Immerhin besteht ja die Chance, dass man diese Form der Magie lernen kann. Zwar muss er – sehr zu seinem Bedauern – feststellen, dass es nicht möglich ist diese Fähigkeit zu erwerben; aber er kann Bethany immerhin dazu überreden sie in eine Geschichte mitzunehmen. Sagte ich eine Geschichte? Ich meinte natürlich die Geschichte.

Helden aus Büchern

Kaum haben sich die beiden leidlich kennengelernt, stehen sie schon mitten im derzeit wohl angesagtesten Roman-Universum neben dem Helden desselben: Kiel Gnomenfuß. Der magische Draufgänger ist auf einer heiklen Mission: Gemeinsam mit seinem Mentor muss er versuchen, die Angriffe des Wissenschaftsplaneten auf seine Heimatwelt abzuwehren. Doch das ist gar nicht so einfach. Eine ganze Reihe Schlüssel wollen gefunden und jede Menge Wissenschafts-Roboter-Soldaten bezwungen werden, ehe man sich in Sicherheit wähnen kann.

Magie gegen Wissenschaft – kann es etwas spannenderes geben? Owen lässt sich jedenfalls von seiner Euphorie mitreißen und vergisst die wichtigste Regel, die Bethany aufgestellt hat: GREIF NIE IN DIE GESCHICHTE EIN!

Wenige Augenblicke später ist der Schlamassel perfekt. In unserer Welt steht der Bösewicht, Owen ist im Buch gefangen und Kiel Gnomenfuß sich nicht ganz sicher, wie er das alles meistern soll. Zum Glück behält Bethany einen klaren Kopf.

Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass sie eigentlich kein Mensch ist. Zumindest nicht ’nur‘. Ihr Vater entstieg einst einer Geschichte, bevor er ihre Mutter heiratete und später unter mysteriösen Umständen verschwand.

Fazit

„Weltenspringer“ ist ein rasantes Abenteuer für Kinder. Die Idee ist selbstverständlich toll und die Geschichte in der Geschichte (also das „Kiel Gnomenfuß“-Abenteuer, welchem Bösewichte wie Helden großteils entstammen) derart fantasievoll, dass es manchmal sogar schwer fällt den Überblick zu behalten.

Vor allem müssen die Leser schon ein wenig Hintergrundwissen aufweisen, damit sie die „Eastereggs“ (also versteckten Witze) im Buch verstehen: Da wird als eine Art Höchststrafe der Autor der „Kiel Gnomenfuß“-Bücher in einen Stephen-King-Roman gesperrt. Oder Witze über veraltete Computer gemacht, die ’noch‘ binär funktionierten. Hat man allerdings das erforderliche Hintergrundwissen, bringt der Text sogar Erwachsene gut und gerne zum Schmunzeln.

Das Erzählen auf zwei Ebenen (also einmal in der ‚Realität‘ und einmal in den ‚Kiel Gnomenfuß‘-Romanen) gelingt wunderbar. Auch die Charaktere sind liebevoll und stringent gestaltet. Die ‚fiktiven‘ Figuren entsprechen allesamt bekannten literarischen Archetypen, Owen und Bethany sind hingegen ein wenig komplexer ausgeführt.

Dieses Buch ist also besonders für extrem fantasievolle Kinder geeignet, die schon ein wenig Wissen in Sachen Pop-Kultur aufweisen. Der Verlag empfiehlt das Buch ab 10 Jahren – ich würde sogar noch ein,  zwei draufpacken.


Das Buch

ISBN 978-3-522-50497-3
Preis (D) 14.99 | (A) 15.50
Link zum Buch auf der Website des Verlags

Meine Altersempfehlung: Ab 11, 12 Jahren


Potenzielle junge Leser sollten

  • Sehr fantasievoll sein
  • Wissen, was das Internet und Computerviren sind
  • Mit Science-Fiction und Fantasy etwas anfangen können
  • Lange Texte lesen können ohne sich dabei überfordert zu fühlen

Sprechen Sie doch mit Ihrem Kind über das Buch!

  • In welche Bücher würden Sie bzw Ihr Kind gerne springen?
  • Welche Bücher müssten Sie bzw Ihr Kind sofort aus dem Haus schaffen?
  • Welche Gegenstände würden Sie bzw Ihr Kind gerne aus einem Buch in unsere Welt bringen?

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Viel Erfolg in der kommenden Zombie-Apokalypse! Wer meinen (einschlägigen) Buchempfehlungen folgt, der hat Chancen. Allen anderen kann ich nur empfehlen als Zeichen des Widerstands wenigstens nicht lecker zu schmecken. :)

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