Buch

Warum eine Absage kein Untergang für junge Schriftsteller ist

Ablehnung tut weh - eine Elefantenhaut kann aber ganze Schriftstellerkarrieren retten.

Der Ruhm von Harry Potter

Es ist ja kein Geheimnis, dass JK Rowling eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen der Welt ist. Bestimmt nicht. Da sie aber eines aus der Tatsache, dass sie sich hinter dem Synonym „Robert Galbraith“ versteckt gemacht hat (oder besser: machen wollte), hatte sie die einmalige Gelegenheit ‚alles von vorne zu beginnen‘. Und holte sich – wenig überraschend – zunächst Ablehnungen von Verlagen. Verwundert hat sie das allerdings nicht.

Denn auch „Harry Potter und der Stein der Weisen“ wurde zunächst abgelehnt. Und zwar einige Male. Aus heutiger Sicht sind natürlich jene Menschen, die über die Ablehnung entschieden, ausgesprochen Blind für die Qualitäten des Romans gewesen. Heute schätzt man den Wert von „Harry Potter“ auf Milliarden – aus der Sicht der Verlage also riesige Verluste, diese Fehlentscheidungen. Und doch scheint es, als wären diese Fehler an der Tagesordnung.

Um jungen Schriftstellern Mut zu machen, hat die Harry-Potter-Mutter jetzt einige ihrer Ablehnungsschreiben für das neue Buch (eben unter dem Synonym geschrieben) auf Twitter gezeigt.

Hier könnt Ihr übrigens den ganzen Verlauf jenes Twitter-Gesprächs nachlesen, der JK Rowling dazu brachte das Bild ihrer letzten Ablehnungsschreiben zu posten. 🙂

Nicht allein

Natürlich steht Rowling damit nicht alleine da. Stephen King schrieb in „Das Leben und das Schreiben“, dass er seine Ablehnungsschreiben mit einem Nagel an die Wand pinnte. Bis dieser das Gewicht der Briefe nicht mehr halten konnte.

Heute kann man sich kaum mehr vorstellen, dass auch nur eine Geschichte des Königs des Horrors nicht verfilmt. Dass ein Text nicht in Druck gehen könnte … diese Idee fühlt sich noch fantastischer an als seine Romane.

Aber nicht nur Verlage irren – auch gute Schriftsteller haben oft keine Ahnung von (anderen) guten Schriftstellern. George Orwell holte sich einmal eine Abfuhr von T S Elliot, sein Buch ‚1984‘ ist allerdings auch heute noch jedem ein Begriff. Übrigens genauso wie das (ebenfalls zunächst abgelehnte) Werk seines Kollegen HG Wells: ‚Der Krieg der Welten‘.

Ein paar Ablehnungen bedeuten also noch gar nichts.

Fazit

„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“ kommt einem da in den Sinn – auch, wenn diese Binsenweisheit nerven mag. Sie sagt zumindest eines: Lasst Euch nicht unterkriegen. 😉

Anmerkungen

Das Titelbild stammt von Wikipedia. Ich besitze keine Rechte daran. Hier die Copyright-Vermerke: Von Daniel Ogren, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15164977

 

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Viel Erfolg in der kommenden Zombie-Apokalypse! Wer meinen (einschlägigen) Buchempfehlungen folgt, der hat Chancen. Allen anderen kann ich nur empfehlen als Zeichen des Widerstands wenigstens nicht lecker zu schmecken. :)

2 Comments

Click here to post a comment

Dein Senf:

  • Auch Astrid Lindgrens Kinderbücher wurden mehrfach abgelehnt, weil sie nicht mit den damals gängigen Vorstellungen von Kindererziehung übereinstimmten. Ein kleiner Verlag, der allerdings bereits kurz vor der Insolvenz stand, nahm sie schließlich unter Vertrag. Dank dieser Entscheidung konnte man sich wieder vollständig sanieren. 🙂
    Lindgren bekam übrigens auch Jahre nach ihren ersten Erfolgen nach zerknirschte Angebote von Verlagen, die sie zuerst abgelehnt hatten; sie aber blieb stur und arbeitete später sogar halbtags als Lektorin und Leiterin der Kinderbuchsparte in dem Verlag, der auch sie selbst verlegte.

    • Aye! Und ich finde das gut so. Allerdings habe ich die Schreiben nie gesehen und weiß daher nicht, ob das unter ‚Rache‘ fällt oder unter ‚Treue zum neuen Verlag‘. 😀

Goodreads

Werbung

Goodreads Challenge 2017

2017 Reading Challenge

Sinn has read 0 books toward his goal of 80 books.
hide
%d Bloggern gefällt das: