Buch

Unter Toten 2: Der Supersoldat und der Gewohnheitswahnsinnige

Gestatten? Ich bin Plan B.

Molles_DJUnter_Toten_2_142792Unter Toten 2 – Frauen kommen hauptsächlich auf dem Cover vor…
Schon der erste Teil der „Unter Toten“-Reihe von D J Molles [1] fordert dem Leser einiges an Fantasie ab. Nicht unbedingt, weil die Handlung so unglaublich komplex wäre – nein. Vielmehr ist es der Held der Serie, der bisweilen unrealistisch genug ist um als Protagonist hart an der Verträglichkeit zu schrammen. Eine harte Sau soll er sein, dieser Captain Lee. Ist er auch. Vielleicht eine Spur zu hart für diese Welt.

Mängelexemplar

Es ist ja nicht so, dass das Zombie-Genre in Sachen Realismus so sehr glänzt. Das soll aber nicht heißen, dass es nicht zumindest die eine oder andere plausible Geschichte zu erzählen gibt – oder den einen oder anderen glaubwürdigen Charakter. Lee Harden, der Held im von der Apokalypse gebeutelten North Carolina, gehört jedenfalls nicht in diese Kategorie. Sein Rücken ist notdürftig zusammengeflickt, der eine oder andere Knochen bricht und die Bänder seines Armes sind in etwa so intakt wie die Pressefreiheit in Nordkorea. Trotzdem klemmt er sich noch hinter ein Lenkrad und brettert über seine Widersacher, dass es nur so eine Freude ist.

Gut … diese Szene stammt vom Ende des Buches. Zuvor passiert doch noch einiges – schließlich wollen die Verletzungen ja auch irgendwie entstehen, nicht?

Es beginnt in Camp Ryder

Nach Teil 1 wissen wir Lee in Sicherheit. Soweit man das sagen kann, jedenfalls. Er ist in Camp Ryder, wo die Dinge noch nicht aus dem Ruder gelaufen sind, der Ärger aber auch nicht mehr weit ist. Ein Zwischenfall mit Todesfolge rufen einen schmierigen Politiker auf den Plan, der Zweifel an der Integrität des Captains sät. Zweifel daran, dass Harden tatsächlich über die Waffen und Vorräte verfügt, von denen er immer wieder spricht. Zweifel darüber, dass Lee nicht doch mit ‚Milo‘ dem örtlichen Superschurken im Bunde steht.

Molles gibt diesmal ein wenig mehr Acht, dass wenigstens soetwas wie ein … rudimentärer Grund für Milos Bösartigkeit vorhanden ist. Allerdings wirkt die Erklärung ähnlich glaubwürdig wie die weitere Geschichte – denn obwohl noch gar nicht so viel Zeit vergangen ist, gibt es schon eingespielte Banden von brutalen Kriminellen, die anderen um jeden Preis das Leben schwer machen wollen. Nebenfiguren wie ‚Doc‘, der Arzt des Camps, werden zwar ordnungsgemäß eingeführt, bleiben aber flach wie eh und je.

Gutes Militär – Böse Politik?

Wann immer das Militär und die Rüstungsindustrie zur Sprache kommen werden sie wie Heilsbringer dargestellt. Zum Teil ist das durchaus in Ordnung, wird das Ganze ja aus der Perspektive eines Soldaten erzählt. Trotzdem bleibt, dass der einzige auftretende Politiker das opportunistische Oberschweinchen ist, das zunächst gegen Lee spricht und sich zum Schluss vermeintlich auf dessen Seite stellt. Natürlich nur um mit Instant-Gerechtigkeit konfrontiert zu werden. Aber ich will nicht zu viel vorgreifen – der eine oder andere könnte an der Geschichte ja trotzdem Gefallen finden und sie lesen wollen.

Fest steht, dass ich mir damit wirklich schwer getan habe. Vor allem die stellenweise wirklich unpassend gewählte Sprache und die derb an den Haaren herbei gezogenen Vergleiche haben mich an diesem Roman drei Wochen laborieren lassen. Und das ist ungewöhnlich.

Fazit

Ich glaube ja nicht, dass jemand jetzt ernsthaft davon ausgeht, dass ich das Buch empfehlen werde, oder? 😀

Zwar habe ich keine Hoffnungen mehr, dass es noch besser wird, aber ich werde wohl irgendwann auch den 3. Teil lesen. Da der auch noch dicker ist als die ohnehin schon nicht so dünne Büchleins 1 & 2 habe ich aber keine Eile…

Molles_DJUnter_Toten_2_142792Das Buch

D J Molles
Unter Toten 2

Heyne Verlag
Taschenbuch / Broschur, 496 Seiten
978-3-453-31572-3

(D) € 8.99 | (A) € 9.30

Anmerkungen

Das Titelbild ist eine vergrößerte Ansicht des Buch-Covers. Das Buch-Cover selbst ist Eigentum von Random House bzw des Heyne Verlags.

[1] Diese Rezension habe ich auf meinem alten Blog veröffentlicht.

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Viel Erfolg in der kommenden Zombie-Apokalypse! Wer meinen (einschlägigen) Buchempfehlungen folgt, der hat Chancen. Allen anderen kann ich nur empfehlen als Zeichen des Widerstands wenigstens nicht lecker zu schmecken. :)

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