Comic

The Walking Dead 26: An die Waffen

Der Zenit ist eine furchtbare Sache. Besonders, wenn man nicht weiß, ob er nicht schon überschritten wurde.

Schurkenwende

twd26Wenn eine Serie so lange fortgesponnen wird wie „The Walking Dead“, dann kommt unweigerlich der Punkt an dem man sich zum ersten Mal fragt, ob sich die Idee nicht überlebt hat. Ich habe diesen Punkt vielleicht gerade erreicht.

Dabei kann man allerdings dem Autoren-Team kaum etwas vorwerfen. Die haben auch in „An die Waffen“ wieder genau das getan, was sie schon immer getan haben: Bösewichte aus- und Bedrohung aufbauen, damit endlich ein „Reinigendes Gewitter“ mit Gewehrkugeln als Donnerschlag folgen kann. Während in den Bänden davor ganz klar ein jeweiliger Endgegner vorbereitet wurde (zu Beginn etwa der Governor), der jeweils für einen komplett anderen, autokratischen Lösungsweg des Ewige-Bedrohung-Dilemmas der Restbevölkerung stand, haben wir im 26. Band der Serie nun ganze zwei Schurken zur Auswahl.

Klar, „Negan“ ist natürlich schwer angeschlagen und sein Lebenswerk entrissen, zertrampelt, neu aufgebaut und absorbiert worden. Trotzdem ist er noch immer da! Und „Alpha“, die ein Rudel Wölfe im Hautpelz anführt, scheint ihm in vielerlei Hinsicht überlegen. Vielleicht am Meisten dadurch, dass sie für ihresgleichen kein geeignetes Beschäftigungsmodell zu haben scheint – mit Ausnahme der Verteidigung ihres Reviers mit allen Mitteln.

Die unheilige Dreifaltigkeit

Eigentlich klingt das doch wundervoll nach einer Dreiecksbeziehung, oder? Rick. Negan. Alpha. Drei blutige (und zumeist blutende) Naturgewalten. Aber leider verzichten die Autoren darauf diese unheilige Dreifaltigkeit ordentlich nebeneinander zu stellen – was zum Teil auch damit zu tun haben mag, dass eine der Figuren in den letzten Bänden ziemlich an die Wand gespielt und die andere (Alpha) nach einem furiosen Auftakt zu wenig weiterentwickelt wurde. Denn die Vergewaltigung von Frauen zuzulassen (wiewohl man selbst eine ist) oder sogar als notwendigen Teil einer Anti-Kultur zu verstehen ist schockierend. Im Kontext einer Welt, wie wir sie von TWD aber bereits kennen kein Alleinstellungsmerkmal. Traurig aber wahr.

Fazit

Nunja … alles plätschert eben dahin im Land der Zombies. Bis zum Schluss. Erst die letzten Panels lösen zumindest in Ansätzen das Dilemma, unter dem die Story im Augenblick leidet. Ich bin jedenfalls durchaus gespannt auf den nächsten Band.

Ob das Ruder noch einmal herumgerissen werden kann? Was meint Ihr? Oder habt Ihr schon aufgehört die Serie zu verfolgen – warum?


Das Buch

ISBN 978-3-95981221-4
Preis (D) 18.00 | (A) 18.60
Link zum Buch auf der Website des Verlags

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Viel Erfolg in der kommenden Zombie-Apokalypse! Wer meinen (einschlägigen) Buchempfehlungen folgt, der hat Chancen. Allen anderen kann ich nur empfehlen als Zeichen des Widerstands wenigstens nicht lecker zu schmecken. :)

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