Buch

The Dead 1: Zombies mit Übersetzungsfehlern

Nicht jedes Buch ist ein Volltreffer. Manchmal wird einer guten Story mit mangelndem Sprachgefühl oder schlechter Arbeit "drumherum" das Potenzial abgegraben.

Ein doppelte Ausbruch

Während eines Zombie-Ausbruchs ausbrechen.

Das hat genau jenen (Wort-) Witz, der dem Rest des Buches leider fehlt…

Shane ist inhaftiert. Anders als seine Kollegen von „The Walking Dead“ allerdings nicht zum Schutz vor den Horden menschenfressender Untoter, sondern (bedauerlicher Weise) bereits einige Zeit vor einem Virus-Ausbruch. Was seine Lage außerdem prekärer macht: Die Zombies befinden sich nicht außerhalb der Mauern, sondern innerhalb.

Es beginnt jedenfalls alles so, wie es beginnen muss: Ein Insasse erkrankt und fühlt sich miserabel. Obwohl sonst die sprichwörtliche „Harte Sau“ verwandelt er sich zunächst in ein stinkendes Weichei, dessen Zustand zwar von allen bemerkt aber von kaum jemandem bedauert wird. Als er, nach obligatorischem Absondern kalten Schweißes, schließlich schwarzes Zeug durch die Gegend speit, ist es beinahe soweit. Der unfähig-korrupte Direktor, die durchmischt freundlichen Wachen – sie alle werden von einer steigenden Anzahl wahnsinniger attackiert. Und Shane ist mittendrin, nur Tage vor seiner Entlassung.

Jetzt gilt es auszubrechen. Und das mitten während des Ausbruchs. Keine leichte Aufgabe.

Die Story

Wenn man Zombies mag (also … natürlich nicht persönlich – Ihr wisst schon, wie ich das meine), dann ist „The Dead“ eine solide Story mit dem einen oder anderen interessanten Dreh. Vor allem eine Sequenz, in der aus der Zombie-Perspektive erzählt wird, fand ich gut gemacht. Der Autor hat es geschafft sich in eine solche Figur hinein zu versetzen und so die Wirkung des Virus quasi von innen heraus beschreiben können – eine tolle Sache.

Ansonsten haben wir die üblichen Opfer, die üblichen Klischees und die üblichen Stärken und Schwächen einer Hausmannskost-Zombiegeschichte. Allerdings gibt es da noch eine Sache, die wirklich erwähnenswert ist. Und … äh … ich bin so wütend, ich hab‘ sie in eine eigene Überschrift gepackt. 😀

Grrrr

Jetzt fällt es mir natürlich schwer dem Voodoo-Verlag einen Vorwurf zu machen. Schließlich weiß ich gar nicht, ob die Übersetzungsarbeit oder der Originaltext dermaßen viele dumme Formulierungen und falsche Vokabeln ins Spiel gebracht hat. Aber auf Grund der Tatsache(n), dass sich (a) einige andere darüber beschwert haben [was natürlich kein zwingender Beweis ist] und (b) sich einige Fehler ausgesprochen typisch für Übersetzungsfehler ausnehmen, denke ich, dass beim Übersetzen einfach keine überragende Leistung erbracht wurde.

Jetzt weiß ich aus anderen Indie-Verlagen, dass das mit dem Übersetzen keine leichte Sache ist. Vor allem Ressourcen-technisch. Aber ein weiteres Kontrolllesen hätte dem Werk auf jeden Fall gut getan. Auch, wenn dabei ein wenig ins Werk eingegriffen werden muss um die gröbsten Schnitzer zu korrigieren (also wenn es nicht am Übersetzer sondern am Autor lag): manchmal muss ein Verlag tun, was ein Verlag tun muss.

Nischenware

Ich werde den zweiten Teil zwar nicht lesen, werde dem Verlag (der sich an und für sich auf eine spannende Nische konzentriert: Literatur, bei der man sich fragt, wer zur Hölle so etwas überhaupt schreiben kann) allerdings auch nicht fern bleiben. Ich finde es gut, wenn jemand sich auch um derlei kümmert und unterstütze den Gedanken entsprechende Genres zu bespielen deshalb gern.

Fazit

Wie Ihr Euch denken könnt, werde ich nicht einfach so empfehlen dieses Buch zu lesen. Außer, man hat einen guten Magen. Ihr dürft Euch jetzt aussuchen wogegen Ihr den braucht. 😀

Hattet Ihr dieses Problem auch schon einmal? Ein Buch, das einen tollen Plott hatte, dessen Sprache Ihr aber überhaupt nicht leiden konntet?


Buchinformationen

Adam Millard
The Dead 1: Todeszellen

Voodoo Press
192 Seiten

(D) € 12.95 | (A) € 13.40
ISBN 978-3-902802-82-8

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Viel Erfolg in der kommenden Zombie-Apokalypse! Wer meinen (einschlägigen) Buchempfehlungen folgt, der hat Chancen. Allen anderen kann ich nur empfehlen als Zeichen des Widerstands wenigstens nicht lecker zu schmecken. :)

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