Buch

Star Trek: The Fall 3 („Auf verlorenem Posten“)

"Star Trek"-Romane haben nicht den besten Ruf. Wie die meisten Franchise-Bücherreihen sind auch sie oft nur rasch geschrieben und wenig spannend. Aber es gibt auch Ausnahmen - und "Auf verlorenem Posten" ist eine davon.

Na hoppla…

TheFall3Der Spannungsbogen von Star Trek – Romanen ist oft weit von dem entfernt, was im SciFi – Bereich möglich ist. Leider. Woran das genau liegt, darüber möchte ich an dieser Stelle gar nicht erst spekulieren. Ein bisschen könnte es allerdings damit zu tun haben, dass die Autoren ihre Bücher aufbauen wie eine Sendung aus „Star Trek: The Next Generation“, also nach einem Konzept aus den späten 1980ern.

Jetzt könnte man sich fragen, was eigentlich schlecht daran wäre. Nun … für ihre Zeit war die Serie sensationell. Wenn ich sie mir heute ansehe, dann tue ich das mit den Augen eines Fans. Und zwar eines Fans, der mit dieser Serie groß geworden ist. Verglichen aber mit der Erzähltiefe heutiger Serien (zB ‚Breaking Bad‘) wirkt sie natürlich nahezu simpel und langweilig konservativ. Nicht vom Inhalt selbst her; aber die Präsentation ist eben etwas angestaubt.

Wie dem auch sei. Dass auch in Star Trek – Romanen Spannung aufgebaut werden kann (diese also aus dem langen Schatten der unglaublich erfolgreichen Konzepte vergangener Serien heraustreten können), zeigt David Mack in ‚Auf verlorenem Posten‘.

Es wird eng

Der Roman zeigt uns den Chefmediziner der Raumstation „Deep Space 9“, Julian Bashir, in einem Dilemma. Er wird plötzlich mit der Möglichkeit konfrontiert ein Unrecht wieder gut zu machen, an dem – so unwahrscheinlich das zunächst auch scheinen mag – die Vereinte Föderation der Planeten schuld ist. Andor, einst Gründungswelt der Föderation, hatte sich einige Jahre zuvor deshalb sogar aus dieser verabschiedet. Auf dem Planeten sorgt nämlich ein Gendefekt für das langsame Aussterben der Spezies. Und der Planetenverbund hatte dem blauen Volk dringend benötigte Informationen vorenthalten, die zur Entdeckung eines Heilmittels hätten beitragen können.

Es ist der Zugang zu streng geheimen Informationen der Julian Bashir plötzlich offen steht. Doch das Forschen daran gilt bereits als Verrat an der Föderation. Für viele andere wäre das ein Punkt gewesen inne zu halten und sich genau zu überlegen, wie weiter vorgegangen werden soll; für Julian Bashir ist die Sache allerdings schnell klar: Er beruft eine Konferenz ein, die unter einem Vorwand die größten Experten auf den einschlägigen medizinischen Fachgebieten versammelt. Um fair zu bleiben warnt er sie vor den potenziellen Folgen und forscht anschließend gemeinsam mit ihnen, bis ein Heilmittel tatsächlich entdeckt wurde.

Jetzt gilt es, dieses nach Andor zu bringen. Doch der Planet wurde von der Föderation mit einem Embargo belegt. Eines ist sicher: Ob er es schafft oder nicht. Julian Bashir gilt als Verräter, der mit allen Mitteln verfolgt und bestraft werden soll.

Fazit

„Auf verlorenem Posten“ ist, wie bereits angedeutet, anders als andere Star Trek – Romane. Und zwar insofern, als wirklich echte Spannung aufkommt. Zwar gibt es eine Menge Szenen, die nichts weiter als die andorianische Innenpolitik betreffen. Diese passen aber in den Plot und sorgen dafür, dass auch die Opfer nicht ausschließlich als solche gesehen werden können.

Auch der Schauplatz selbst, also Andor, ist so noch nicht häufig Zentrum von Ereignissen in ST-Stories gewesen. Ich fand viele Innenansichten einer so komplexen Gesellschaft spannend, wenngleich man auf diesem Gebiet noch ein wenig mehr hätte zeigen können.

Aus der ganzen „The Fall“-Reihe ist „Auf verlorenem Posten“ der bisher beste Roman.


Das Buch

ISBN 978-3-86425-780-3
Preis (D) 12.99 | (A) 13.40
Link zum Buch auf der Website des Verlags

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Viel Erfolg in der kommenden Zombie-Apokalypse! Wer meinen (einschlägigen) Buchempfehlungen folgt, der hat Chancen. Allen anderen kann ich nur empfehlen als Zeichen des Widerstands wenigstens nicht lecker zu schmecken. :)

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