Buch

Star Trek: The Fall 1 („Erkenntnisse aus Ruinen“)

Mit dem Roman "Erkenntnisse aus Ruinen" startet die 5-bändige Star Trek Serie "The Fall". Neue alte Territorien, neue alte Gesichter! :)

Neue Station – neuer Krieg?

thefall1„The Fall“ ist eine 5-bändige Mini-Serie, in deren Verlauf wir nicht nur ungewöhnliche Orte sehen, sondern auch alte Freunde treffen werden. Auch diese Serie hat bekannte Stärken wie bekannte Schwächen. Lohnt sich der Auftakt-Roman für Fans?

Mit Star-Trek-Büchern ist es ja meist so: Die Geschichten sind toll. Aber nicht toll erzählt.

Auch mit „Erkenntnisse aus Ruinen“ verhält es sich nicht anders, denn was (rein Plot-technisch) geschieht ist sagenhaft: Die Präsidentin der Föderation ist nämlich auf dem Weg nach „Deep Space 9“. Dort wird die neue Station offiziell eingeweiht – und das in einer Zeit, in der die Föderation gerade angefangen hat sich von den Auseinandersetzungen der jüngeren Vergangenheit (Typhon Pact, Borg) zu erholen.

Das die Gefahr noch nicht vollends gebannt ist ahnt man spätestens, wenn es zum (erfolgreichen) Attentat auf einen Ehrengast kommt, der das Gleichgewicht der Macht im uns bekannten Raum gehörig durcheinanderbringt. Was dabei aber völlig unklar bleibt, ist warum jemand das wünschen könnte. Nicht, dass es der Föderation, den Kardassianern oder sonstwem an Feinden mangelt – aber der augenblickliche Frieden scheint allen gut zu tun. Und wenn auch nur zum Luft holen.

Hinter diesem Attentat steckt also mehr als zunächst vermutet – und was das ist, erfahren wir in diesem Band wie in den weiteren 4 Bänden der Mini-Event-Serie „The Fall“, in deren Verlauf wir nicht nur verhältnismäßig unbekanntes Terrain betreten, sondern auch ein Wiedersehen mit allerlei geliebten Charakteren feiern.

Die Schwächen sind bekannt

Leider ist der Schreibstil von David R. George III weit weniger spannend als die Frage, wer sich ein solches Pseudonym (ich hoffe zumindest, dass es eines ist!) wählt. Die meisten Situationen sind routiniert aber platt geschildert, der von mir oft im Bezug auf Serien-Literatur festgestellte Effekt „Die Geschichte klingt toll, wenn sie nacherzählt wird – aber wer will sich schon durch so viele lahme Seiten quälen um sie ganz zu lesen?“ tritt ein. Weit weniger störend als in anderen ST-Buchreihen ist die Political Correctness verpackt, die einem den Lesespaß oft vergellen kann. Dann nämlich, wenn sie übertrieben wirkt oder die Verhältnisse plump umkehrt (da gibt’s wirklich, wirklich schlimme Beispiele!).

Die Stärken aber auch

Zweifelsfrei ist es aber auch so, dass wir die Charaktere aus den verfilmten oder den Serien entnommenen Charaktere einfach unglaublich gut kennen. Ein echter Fan weiß welchen Tee er bestellt, wie klingonischer Kaffee heißt – und warum das Wurmloch neben der alten Station nicht einfach nur in einen anderen Raumsektor geführt hat. Wer mit derart viel Meta-Wissen ins Rennen geht wie ein durchschnittlicher Trekkie, der kann sich die fehlenden Beschreibungen und Lücken in der Erzählung dazu denken – und dann ist das ganze kein Problem mehr. Ganz im Gegenteil. Dann wird es zum Blick hinter die Kulissen, wenn wir mehr vom Seelenleben einer Ro Laren erfahren. Oder eines Julian Bashir. Oder, oder, oder… 🙂

Fazit

Ich kann „The Fall“ also empfehlen – solange man nicht mit zu hohen Erwartungshaltungen an den Text selbst herangeht. Der Plot selbst ist ungemein spannend und weil jedes Buch der Reihe einen anderen Autoren als Uhrheber hat, besteht die Chance auch qualitativ besseres als den ersten Teil vors geschulte Auge zu bekommen. Für Fans eine geniale Möglichkeit auch dann zum aktuellen ST-Buch-Universum aufzuschließen, wenn man viele andere Reihen und Bücher nicht gelesen hat; denn alles was zwischen dem Ende der Fernsehserien und dem „Jetzt“ geschieht wird ausreichend rekapituliert.

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Viel Erfolg in der kommenden Zombie-Apokalypse! Wer meinen (einschlägigen) Buchempfehlungen folgt, der hat Chancen. Allen anderen kann ich nur empfehlen als Zeichen des Widerstands wenigstens nicht lecker zu schmecken. :)

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