Buch

Smarte Maschinen: Ein Blick in die Gegenwart

"Blechtrottel" sind nicht länger dumm, könnte man die Erkenntnisse aus diesem Buch zusammenfassen. Wirklich intelligent sind sie aber auch noch nicht.

smartemaschinen

Wie weit ist Skynet?

Vor allem in den Anfangstagen des Internets gab es verschiedene Namen für unsere digitalen Begleiter. Wir nannten ihn PC. Wir nannten ihn „Computer“ oder gelegentlich sogar noch „Rechner“. Wir nannten ihn „Blechtrottel“.

Das besonders der letzte Begriff völlig unangebracht ist um heutige Maschinen zu bezeichnen beweist Ulrich Eberl in seinem Buch „Smarte Maschinen“. Denn nicht nur, dass er uns mitnimmt auf einen Streifzug durch die blühende Landschaft menschlichen Strebens nach künstlicher Intelligenz, bettet er alles noch in den zarten Rahmen hoffnungsvollen Staunens ein. Es ist ein erfrischend ausgeglichener Zugang, den er da hat.

Warnungen

Stephen Hawking, sicherlich einer der hellsten Köpfe unserer Zeit, hat Angst. Und wenn Stephen Hawking (auf intellektueller Ebene) vor etwas Angst hat, dann sollten wir uns dringend damit befassen. Künstliche Intelligenz hält er, zum Beispiel, für ein Problem. Er äußerte immer wieder, dass er deren Entwicklung für einen entscheidenden Fehler im menschlichen Streben nach Selbstverbesserung hielte – und begründete das ganze mit einer Story, die jener der „Terminator“-Filme durchaus das Wasser reichen könnte.

Eberl schließt solche Fehlentwicklungen nicht aus. Er mag sie, zumindest scheint es so, für unwahrscheinlich halten – aber viel wichtiger ist, dass er sich nicht dazu hat hinreißen lassen seinen Bericht über den aktuellen Forschungsstand auf diesen Visionen aufzubauen. Das ist insbesondere dann Kunst, wenn man sich betrachtet wie dieser aussieht: Wir haben Roboter-Kinder, die so programmiert sind, dass sie die emotionalen Komponenten in uns ansprechen. Wir haben Androiden, die mit Menschen gemeinsam auf der Bühne stehen und es (zumindest für einige Minuten) schaffen uns über diesen kleinen Umstand hinweg zu täuschen. Und wir haben eine Menge Hoffnung, dass die Maschinen einmal intelligent genug werden, uns darüber sogar noch länger zu täuschen.

Fazit

Von der Entwicklung einer eigenen Roboter-Ethik bis hin zu der Frage wozu wir die mechanischen Wunderwerke überhaupt brauchen findet man in diesem Buch alles, was einen darüber mitreden lässt. Für meine uneingeschränkte Empfehlung war es mir aber wichtig, dass nie zu negativ und nie zu positiv darüber gesprochen wird.

Ich glaube, dass „Smarte Maschinen“ eines der besten Bücher ist, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Nicht, weil es einen so spannenden Plot hat (Wiewohl ein Sachbuch, so enthält es doch auch kleine fiktionale Episoden, die eine mögliche Zukunft an der Seite der Blechgenies zeigen). Sondern weil erst die durch dieses Buch vermittelten Kenntnisse dazu befähigen diese Zeit zu verstehen und unsere Zukunft einschätzen zu können.


Das Buch

ISBN 978-3-44644870-4
Preis (D) 24.00| (A) 24.70
Link zum Buch auf der Website des Verlags

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Viel Erfolg in der kommenden Zombie-Apokalypse! Wer meinen (einschlägigen) Buchempfehlungen folgt, der hat Chancen. Allen anderen kann ich nur empfehlen als Zeichen des Widerstands wenigstens nicht lecker zu schmecken. :)

2 Comments

Click here to post a comment

Dein Senf:

  • „…Ich glaube, dass „Smarte Maschinen“ eines der besten Bücher ist, die ich in diesem Jahr gelesen habe…“ – wow, das freut jedes Autorenherz! Vielen Dank für diese Rezension. Wer Fragen an mich hat oder mehr zum Thema „Smarte Maschinen“ erfahren möchte, kann mich gerne über meine Website erreichen: https://zukunft2050.wordpress.com/buch-smarte-maschinen-kuenstliche-intelligenz/ … und für Vorträge und Lesungen stehe ich auch gerne zur Verfügung. Sogar mit meinem eigenen kleinen Hausroboter NAO Bluestar: Der kann tanzen, Fußball spielen, mit mir einkaufen gehen, mehr oder minder sinnvolle Gespräche führen uvm … Herzliche Grüße, Ulrich Eberl

    • Lieber Hr. Eberl,

      freut mich sehr, dass Sie meinen kleinen Post zu Ihrem Buch gelesen haben.

      Ich wünsche Ihnen jedenfalls die Aufmerksamkeit (und natürlich die Verkaufszahlen), die Ihnen und dem Thema gebührt. 🙂

Goodreads

Werbung

Goodreads Challenge 2017

2017 Reading Challenge

Sinn has read 0 books toward his goal of 80 books.
hide
%d Bloggern gefällt das: