Buch NerdKids

Scary Harry: Von allen guten Geistern verlassen

Gruselgeschichten sind eine tolle Sache. Nicht umsonst ist Stephen King einer der meistgelesenen Autoren der Welt. Für Kinder sollte es dann aber doch eine Spur sanfter gehen - und Humor kann da eine tolle Sache sein. Dass dieser Spannung zerstört ist übrigens ein Mythos, wie "Scary Harry" beweist.

scaryharry1Sensationell makaber – für Kinder

Humor ist etwas wunderbares. Allerdings ist es nicht immer wunderbar, wie sehr sich das, was wir witzig finden, von dem was andere witzig finden unterscheidet. Für den einen ist die Idee hinter „Scary Harry“ lustig – für den anderen ist es eine Tragödie Kinder mit Themen wie dem Tod zu konfrontieren. Deshalb ist es auch in den meisten Geistergeschichten so, dass deren Entstehung (oder „Geburt“, wenn man so will) gar nicht erst thematisiert wird. Doof, würde ich meinen. Besonders dann, wenn man weiß, wie witzig man das tun kann.

Die Story

Wenn einen in der Nacht ein kalter Lufthauch aus dem Schlaf reißt – wer sagt, dass es immer nur das offen stehende Fenster gewesen sein muss, dass ihn erzeugt hat? Gut … nur die wenigsten von uns haben Ottos Fähigkeiten, also werden sich wiederum die meisten von uns mit der profanen Erklärung zufrieden geben müssen, dass eben das Fenster die Schuld trägt.

Dabei gibt es auch eine andere, weit furchteinflößendere Erklärung dafür. Geister. Ganz recht – Geister. Selbstverständlich spuken die meisten von ihnen nur aus einem von zwei Gründen. Entweder sie tun es ehrenhalber (versteht sich von selbst), oder sie tun es, weil sie auf einen der Sensenmänner sauer sind, der sie zu spät aus dem Diesseits abgeholt hat. Verständlich, will ich meinen. Also … beides eigentlich. Denn auch, wenn es ein tragisches Schicksal zu sein scheint nur von wenigen Menschen überhaupt je wahrgenommen zu werden: Auch die Sensenmänner können nicht immer alles richtig machen.

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja. Ich wollte gerade von Harold erzählen. Der ist nämlich ein solcher Sensenmann. Und genau wie die Geister sollte kein Mensch ihn überhaupt sehen können, wenn er mit seinem Schmetterlingsnetz durch die Gegend streift um jene kleinen, leuchtenden, kugelförmigen Seelen einzusammeln, die sich sofort von unseren Körpern lösen, wenn wir gestorben sind. Und genauso wie die Geister wird er von Otto entdeckt.

Jetzt ist es ja so, dass man – egal wie verschieden man grundsätzlich auch sein mag – leicht Freundschaft schließen kann, wenn man miteinander redet. Und genau das tun Harold, Otto und die Geister dann auch. Und so kommt es, dass Otto (stets an der Seite seiner Freundin Emily), Harold und die anderen bald in einem aufregenden Abenteuer: Auf der Suche nach Ottos entführten Hausgeistern.

Dieses Buch ist witzig

Ich habe selten so ein witziges Buch gelesen. Was mich besonders begeistert hat war, dass die Charaktere sich nicht derart viele Blätter vor den Mund nehmen, wie das in anderen Kinderbüchern der Fall ist. Tot ist tot – das Thema ist nicht leicht abzuschwächen. Ein Versuch, der wunderbarer Weise erst gar nicht unternommen wird.

Der abstruse, manchmal eben auch makabere Humor wird dabei auf schönste Art und Weise von den Illustrationen begleitet, die nicht nur fantasievoll sind, sondern selbst von unglaublichem Humor zeugen.

Eine absolute Leseempfehlung meinerseits. 🙂


Das Buch

ISBN 978-3-78557742-4
Preis (D) 12,95 | (A) 13.40
Link zum Buch auf der Website des Verlags

Meine Altersempfehlung: Ab 9-10 Jahren


Potenzielle junge Leser sollten

  • Sich nicht von dicken Büchern abschrecken lassen
  • Gerne witzige Geschichten lesen
  • Mit dem Tod umgehen können
  • Spannende Geschichten aushalten

Sprechen Sie doch mit Ihrem Kind über das Buch!

  • Sind die Geister in diesem Buch gruselig?
  • Was ist der Tod eigentlich?
  • Was macht den Gruselpark-Besitzer so außerordentlich böse?

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Viel Erfolg in der kommenden Zombie-Apokalypse! Wer meinen (einschlägigen) Buchempfehlungen folgt, der hat Chancen. Allen anderen kann ich nur empfehlen als Zeichen des Widerstands wenigstens nicht lecker zu schmecken. :)

3 Comments

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Dein Senf:

  • Danke für den Tipp! Das werde ich ausprobieren, so bald wir mit den Brüdern Löwenherz durch sind. Der Tod (bzw. die Angst davor) ist bei uns zur Zeit ein großes Thema und für das Graveyard Book ist es noch zu früh.

  • Die Startseite? Hast du sie noch mal geändert? Wenn ja, ist es mir nicht aufgefallen, sorry. Ich finde sie immer noch unübersichtlich. Das mag ja modern sein, aber für meinen Geschmack sind da immer noch zu viele Inhalte und Schriften nebenenander.

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