Comic

Die Schafe (Zombies #4): Details statt großer Bilder

Nicht jeder Band zeigt einen gleich großen Teil einer Geschichte. Zumindest dieser Band hier verspricht vor allem eines: noch mehr Zombies aus Oliver Perus ZOMBIES-Reihe! :)

Näher ran!

©Splitter Verlag
©Splitter Verlag

Stellen wir uns doch für einen Augenblick vor, wir betrachten ein Gemälde. Irgendeines. Hauptsache, es sind viele, viele Menschen zu sehen. Oder Blumen. Das ist nicht so wichtig. Wichtig ist nur, dass wir uns ein Bild vorstellen, auf dem es viel zu sehen gibt.

Wenn wir uns die vier Vorgänger-Alben der „Zombies“-Reihe ansehen ist es, als würden wir vor einem solchen Bild stehen. Vor vier Bildern, um genau zu sein. Von Band 0 bis Band 3 kann man die Bände nämlich so lesen. Es sind tolle Geschichten mit kreativem Zugang zum Thema modernde Schlafwandler, in die man schnell eintauchen kann.

Was aber, wenn ein solches Bild plötzlich zu klein würde, um alles darauf abzubilden, von dem man erzählen will?

Wir wissen nur vielversprechendes

Genau so ein Fall scheint mir „Die Schafe“ zu sein, die fünfte Inkarnation von Oliver Perus Zombie-Saga. Denn die Geschichte wirkt, stellt man sie ihren Vorgängern gegenüber, wie der Ausschnitt eines solchen Bildes. Es ist ein Gemälde, dessen ungefähren Aufbau man schon erahnen kann, auch wenn es noch nicht ganz zu sehen ist.

Die bekannten Figuren sind bereits in Stellung, ihre Vorgeschichten sind erzählt – und jetzt gilt es eine Bedrohung anzukündigen, von der man nur einen kleinen Bruchteil sieht. Ja, das ist es, was in „Die Schafe“ passiert. Er streift Plots, die unter der Geschichte glühen wie Kohlestücke neben einem Lagerfeuer – ein wenig Abseits, noch nicht direkt zu erkennen weil man ins Feuer starrt.

Was ich dabei so mag ist die Art und Weise, wie Peru mit dem Thema umspringt. Drucksen sich andere um den Begriff „Zombie“ herum und nähern sich ihm auf die umständlichst-mögliche Art, so nennt er das grausame Kind beim Namen und verrät hie und da sogar etwas über den Aufbau der Bedrohung selbst. In einem früheren Band erläuterte er so, en passant, den Unterschied zwischen „schnellen“ und „langsamen“ Zombies – in der einschlägigen Literatur ein haushoher Unterschied. Und nachdem er die diversen Erklärungen aus dem Ärmel schüttelt findet er auch noch einen Weg beide in einem Werk zu vereinen!

Auch in „Die Schafe“ gibt es einen solchen Moment. Denn selbst diejenigen unter uns, die sich nicht ausgiebig auf die kommende Zombie-Apokalypse vorbereiten, wissen um die Tatsache, dass in vielen modernen Untoten-Geschichten die Seuche selbst (also der Verteilmechanismus der Zombifizierung) bereits in allen Menschen vorhanden ist; sie nur noch auf ihren Ausbruch droht. Selbst der große US-Konkurrent der Serie nutzt diesen kleinen Grusel-Effekt. Im Unterschied zu ihren französischen Kollegen erklären die Macher der Serie „The Walking Dead“ allerdings nie etwas. Dagegen ist die Zombies-Reihe die reinste Wohltat.

Empfehlen wir das Look & Feel

Auch künstlerisch (soll heißen: In Sachen Illustration) macht „Zombies“ keine Kompromisse. Die Panels sind im gleichen Stil gestaltet, der auch schon in den vorangegangenen Bänden für die richtige Stimmung sorgte. Von der Farbwahl bis zum Bildaufbau konnte ich kein Detail entdecken, das mir nicht zugesagt hätte. Und das ist recht schwer. 😉

Von mir gibt’s also eine glatte Leseempfehlung. Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass sowieso jeder von Euch, der es bis Band #3 geschafft hat auch Band #4 nicht auslassen wird. Kreuzt mit mir gemeinsam die Finger und drückt die Daumen, dass die Geschichte im nächsten Band an Fahrt aufnimmt. Ich wittere Großes. 😉


Das Buch

ISBN 978-3-95839295-3
Preis (D) 14.80 | (A) 15.30
Link zum Buch auf der Website des Verlags

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Viel Erfolg in der kommenden Zombie-Apokalypse! Wer meinen (einschlägigen) Buchempfehlungen folgt, der hat Chancen. Allen anderen kann ich nur empfehlen als Zeichen des Widerstands wenigstens nicht lecker zu schmecken. :)

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