Buch

Die Philosophie in Star Trek

Kann man Philosophie zur Grundlage eine SciFi-Fernsehserie machen? Man kann. Gene Roddenberry legte jeder Episode seiner Fernsehserie eine Lektion in Sachen Ethik zu Grunde...

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Star Trek verstehen lernen

Beinahe hätte ‚Star Trek‘ nicht ausgestrahlt werden können. Denn als Gene Roddenberry das Konzept seiner Sendung präsentierte, wurde es vom Sender als ‚zu intellektuell‘ abgelehnt. Das muss man sich einmal vorstellen! Der Sender traute seinem eigenen Publikum keine größeren Gedankensprünge zu. Ob er damit recht behalten sollte oder nicht lässt sich nur schwer feststellen, denn obwohl Star Trek wenig später trotzdem das Licht der Welt erblickte kann man über sein Publikum nur schwer absolute Aussagen machen.

Fest steht jedenfalls, dass Star Trek ein tatsächlich intellektuelles Betätigungsfeld in den Mittelpunkt seines Konzepts gestellt hat: Die Philosophie. Im Grunde waren die Geschichten rund um Raumschiff Enterprise nichts weiter als eine anschauliche Philosophie-Sendung im Weltraum. Jede einzelne Episode der Originalserie befasst sich mit einem ethischen Problem und gibt (zumeist jedenfalls) Antworten, deren Interpretation selbst dann dem Zuseher zur Bewertung überantwortet werden. Roddenberry war es stets wichtig eine solche auf die Frage: „Worum geht es in dieser Folge?“ zu haben. Merkt man.

Philosophie und Logik

Mit ‚Die Philosophie in Star Trek‘ liegt nun ein weiteres Buch vor, das sich mit genau dem auseinandersetzt, was im Titel schon steht. Wie in den meisten so gestalteten Werken steht (natürlich) die Figur des Spock im Mittelpunkt, der sich mit seiner strengen Logik-Lebensgrundlage am Besten dafür eignet. Allein sein bekannter Leitspruch über das Wohl der Vielen, das schwerer wiege als das von Wenigen (oder eines Einzelnen) ist legendär – und ein Leitspruch der Denkrichtung des Utilitarismus.

So beschreiben die Autoren auch seine Welt und die Welt seiner Schlüsse. Sie bewerten dabei weniger sein Verhalten (wie es die Fernseh-Zuseher machen) sondern erläutern die Wege, die ihn schließlich zu seinen Handlungen treiben – entlang von Kant, Shaw und Hegel.

Einige Episoden werden dabei immer wieder genauer untersucht und jeweils in ihrer philosophischen Bedeutung erläutert. Man liest immer wieder aus dem Text, dass die Autoren selbst Fans sind – und das finde ich (persönlich) ausgesprochen sympatisch. Bestimmt ist das Buch nicht das allerbeste Werk zum Thema – es braucht sich aber ganz bestimmt nicht hinter anderen Werken zu verstecken. Und die darin abgedruckten Illustrationen bieten zwischendurch Erinnerungswert und Auflockerung zugleich.

Wer sich noch nie mit dem Thema Philosophie in Star Trek auseinander gesetzt hat, der findet in diesem Buch bestimmt einen tollen Start in eine ihm bis dahin verschlossene (aber erkundenswerte) Welt! 🙂

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Viel Erfolg in der kommenden Zombie-Apokalypse! Wer meinen (einschlägigen) Buchempfehlungen folgt, der hat Chancen. Allen anderen kann ich nur empfehlen als Zeichen des Widerstands wenigstens nicht lecker zu schmecken. :)

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