Buch Stephen King Mai 2017 SubReduktion

Der Dunkle Turm: Schwarz

Wer von Euch hat "Schwarz" schon gelesen - oder hat vor, es noch vor dem Kinofilm nachzuholen? Oder ... interessiert Euch der Film überhaupt nicht? Lasst es mich wissen! :)

Dieses Buch habe ich auch im Rahmen des „Stephen King Mai 2017“ gelesen.

Nicht geplant. Eigentlich.

Ich habe mich lange um die Lektüre von „Schwarz“, bzw die ganze „Der Dunkle Turm“-Reihe, gedrückt. Obwohl es mir nun wahrlich nicht an Begeisterung für Stephen King mangelt, habe ich mich nie dazu verpflichten wollen dermaßen viel aus einer einzigen Erzählwelt zu lesen. Also … eine zusammenhängende Geschichte in diesem Ausmaß.

Jetzt ist es irgendwie doch passiert. Und eines, was ich dazu auf jeden Fall sagen muss ist, dass dieses Buch (und damit vermutlich die ganze Reihe) etwas völlig anderes darstellt als das Gros seiner Werke. Klar – eine gewisse Düsternis durchzieht alles, was seiner Feder entstammt. Dafür ist er ja bekannt. Auch dafür, dass er mit kleinen übernatürlichen Elementen die Welt der Menschen so durcheinander wirbelt, dass sich die ansonsten fühlbare Grenze zwischen Mensch und Bestie aufzulösen beginnt. Er ist der Meister des Abgrunds, in den er seine Figuren fallen lässt. Das alles wissen wir natürlich längst.

Was den „Dunklen Turm“ von seinen anderen Romanen unterscheiden mag ist vielleicht, dass wir nicht zuerst jenen Alltag erleben, von dem King seine Protagonisten im Laufe der Story Stück für Stück entfernt. Es gibt keinen solchen. Kein „Normal“.

Ritter mit Colt.

Der Revolvermann, dem wir in „Schwarz“ zum ersten Mal begegnen, lebt in einer dystopischen Umgebung. Oder zumindest etwas ähnlichem. Er ist auf der Suche nach einem Mann in schwarzer Kleidung, von dem wir kaum mehr wissen als vom Revolvermann selbst: Dass er exisitert. Und, dass er sich auf den Weg durch die dunkelste, kargste Wüste gemacht hat, die selbst ein Geist wie jener von Stephen King sich ausmahlen konnte.

Immer wieder blitzen Elemente aus dem früheren Leben des Revolvermannes auf, dessen familiäres Umfeld und Erfahrungsschatz sich grundlegend von dem unseren zu unterscheiden scheint. Einen Elektroherd kennt er – und auch die mittelalterlich anmutenden Initiationsriten in eine Art Ritterschaft, die sich allerdings nicht auf dem Führen eines Schwertes gründet, sondern durch die Kraft innerhalb der Sippe erblicher Revolver. Brutalität ist es, die seine Kindheit prägt. Und der Untergang. Denn diejenigen, die den Elektroherd bauten sind schon lange zu Staub zerfallen – und diejenigen, die ihn nun bedienen haben keine rechte Ahnung, wie er funktioniert.

Durcheinander

King vermischt also immer wieder Elemente unserer eigenen Welt mit der vielleicht düstersten Sandwüste jenseits der Wirklichkeit. Seine Figuren sind merkwürdig unbestimmbar – auch vom Revolvermann, von dem wir noch am Meisten wissen, wissen wir eigentlich gar nichts. Und etwa ab einem Viertel des Buches wird klar: Auch an dessen Ende werden wir kaum mehr wissen.

Fazit

So hat das Buch einen ganz eigenen Charme. Ich mag ja keine Western – aber einen von Stephen King zu lesen, der Tod und Verderben zwischen den Wörtern seines Textes unterzubringen vermag wie kein zweiter; das ist etwas völlig anderes.

Also: Klar, dass ich den zweiten Teil auch lesen werde.

Trotzdem ist „Schwarz“ (und damit natürlich die ganze Reihe) nicht für jeden Leser geeignet. Wer nicht jede Menge Geduld aufbringen kann, der wird damit nicht glücklich. Schließlich schichtet jede gelesene Seite noch eine ganze Menge weiterer Geheimnisse und Verworrenheiten auf unser Unwissen. Und ob diese jemals alle aufgelöst werden? Wer weiß… 🙂


Buchinformationen

Stephen King
Der Dunkle Turm: Schwarz

Heyne Verlag
352 Seiten

(D) € 9.99 | (A) € 10.30
ISBN 9783453875562

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Viel Erfolg in der kommenden Zombie-Apokalypse! Wer meinen (einschlägigen) Buchempfehlungen folgt, der hat Chancen. Allen anderen kann ich nur empfehlen als Zeichen des Widerstands wenigstens nicht lecker zu schmecken. :)

4 Comments

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Dein Senf:

  • Ich bin großer Stephen-King-Fan und lese (bzw. höre) so gut wie alles von diesem Autor doch „Schwarz“ habe ich leider in sehr schlechter Erinnerung – als ich es vor ein paar Jahren gehört habe fand ich es unfassbar langweilig und hatte danach nicht einmal annähernd Lust auf den nächsten Band.

    Mammut-Werke wie „ES“, „Der Anschlag“ oder „Die Arena“ haben mich eigentlich schon gelehrt, geduldig zu sein aber bei „Schwarz“ ist ja mal wirklich überhaupt nichts passiert.

    Außerdem bin ich bei King von den David-Nathan-Lesungen verwöhnt und im Vergleich dazu war der Hörbuch-Sprecher von „Schwarz“ leider ebenso eintönig und fad wie die Story.

    ABER die kommende Verfilmung hat mir doch wieder Lust auf die Reihe gemacht und ich habe mittlerweile auch von vielen „Der dunkle Turm“-Fans gelesen, dass man sich durch den ersten Band einfach durchkämpfen muss und es dann deutlich besser wird, also werde ich wohl im Laufe des Sommers doch nochmal einen Versuch starten – allerdings werde ich diesmal selbst lesen, nochmal tue ich mir den Sprecher nämlich nicht an 😀

    • Ja, David Nathan hat schon was. Obwohl auch Dietmar Wunder (der „The Shining“ liest) wirklich gut passt. Leider habe ich keine Hörbuch-Fassung des dunklen Turms gesehen.

      Es ist auf jeden Fall etwas anderes als seine sonstigen Werke – und ich verstehe genau, was Du meinst. Ich bin ja vor allem über den Western-Aspekt immer wieder gestolpert. Ich kann das einfach nicht leiden. Aber irgendwie hat’s dann doch ein wenig gefunkt, zwischen mir und dem Buch. 😀

  • Hallo Daniel,
    wenn du Lust hast, kannst du dich gern bei meinem Projekt Dark Tower anschließen (auf dem Blog und auf facebook). Das was du zum Buch schreibst, trifft den Kern dieses Buches und zielt auch auf die Probleme, die viele mit diesem ersten Teil haben. Das wird ab Band 2 besser 😉

    Gruß
    Marc

    • Lieber Marc!

      Vielen Dank für das Angebot. Leider bin ich im Augenblick viel zu eingespannt und muss den Blog eine Weile ruhen lassen. 🙁

      Wenn ich aber zurückkomme, werde ich mich auf jeden Fall daran erinnern. 🙂

      lG,
      Daniel

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