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Beast Quest: Ein Lesemuffel-Einstieg in die Welt der Bücher

Kinder, die sich mit zuviel Text konfrontiert sehen, verlieren oft die Lust am Lesen. Mit einfach gestrickten Bücherreihen wie 'Beast Quest' kann man sie häufig doch noch überzeugen...

Abenteuer auch für Lesemuffel

6159_Tagus.inddDas Muster, nach dem die „Beast Quest“-Bücher gestrickt sind, ist recht rasch erklärt: Zwei Kinder bekämpfen einen bösen Zauberer, der den guten Zauberer gefangen hält. Soweit so gut. Dummer Weise verfügt der Böse „Malvel“ dabei über ein schier endloses Arsenal aus Monstern, die er den beiden Helden Tom und Elenna entgegenstellt.

Die Welt, in der sich die Abenteuer abspielen, ist dabei eine Mixtur aus allem, was das Fantasy-Genre her gibt. Da befinden sich Städte nach mittelalterlichem Vorbild genauso wie Wüsten aus den Erzählungen von 1001 Nacht. Was dabei besonders auffällt ist, dass die Schilderungen ausgesprochen kurz gehalten werden. Das ist nicht zuletzt natürlich der eigentlichen Zielgruppe der Grundschüler zu verdanken. Geschickt wird dabei darauf gesetzt, dass die Kinder ohnehin Bilder im Kopf haben, die zu den Ereignissen passen.

Keine Fragen, Euer Ehren…

Wie das gemeint ist? Nun … liest man ältere Kinderbücher sticht sofort ins Auge, dass Schauplätze früher oft nahezu ausufernd beschrieben wurden. Heute ist jedem 7-jährigen bekannt was seine Palme ist, wir brauchen nicht ihre besonderen Eigenschaften oder ihr Aussehen detailliert beschreiben, wenn wir sie in unsere Geschichten pflanzen wollen. Das spart nicht nur dem Autor Zeit, sondern auch dem ungeübten Leser viel Kraft. Vor allem wirkt es nicht langweilig. Kinder, die mit Büchern nicht viel anfangen können empfinden diese ja oft als langweilig – und das kann zu einem guten Teil eben auch an dem Gefühl liegen, dass sie sich unnötig Mühe machen.

Wer weiß wie eine Palme aussieht – der möchte vielleicht lieber wissen wer daran hochklettert, als welche Farbe sie hat. Das gilt nicht immer, versteht sich. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es erstaunlich oft dabei hilft, Lesemuffel von einem Text zu begeistern.

Einfaches Muster kann helfen

Auch die Fähigkeit das Verhalten der Helden selbst zu antizipieren kann bei Kindern (oft anders als bei Erwachsenen) dabei helfen. Das hat etwas damit zu tun, dass Kinder oftmals mehrere Anläufe benötigen um eine Sache wirklich zu begreifen und auch der Grund dafür ist, warum wir bestimmte Disney-Filme dutzende Male sehen oder aus bestimmten Büchern die ewiggleichen Geschichten vorlesen müssen.

Und dann ist es ja nicht so, dass sich Landschaften und Umstände überhaupt nicht ändern. Mal hat Malvel eine Rüstung in seinem Besitz, die zurückerobert werden will. Dann wiederum muss Tom seinen Vater befreien oder sogar gegen Malvels Nachfolger Velmal antreten. Kindern scheinen diese Details schon zu genügen – sie verschlingen oft mehrere Bände pro Woche.

Bibliothek ahoi!

Als Buchhändler freue ich mich natürlich über jedes verkaufte Buch. Aber nicht einmal ich würde meinen Kindern alle 60 (!) Bände kaufen, die inzwischen unter dem Titel ‚Beast Quest‘ firmieren. Das ist einfach zu teuer. Wie gut, dass es Bibliotheken gibt, die oft die ganze Reihe in ihren Regalen haben. Es ist ein wunderbarer Moment, wenn ich dabei zusehen darf, wie Kinder sich plötzlich in eine Bibliothek wünschen, nur um den nächsten Band lesen zu können. Diese Reihe hat mir schon oft dabei geholfen entsprechende Wertschätzung bei meinen oft widerwilligen jungen Kunden zu entfachen.

Oft muss ich Eltern erst davon überzeugen das Cover zu ignorieren und darüber hinwegzusehen, dass die Bücher sich (eben aus der Perspektive eines Erwachsenen) ständig wiederholen. Bisher hat mir aber niemand je gesagt, dass er den Kauf bereut hätte. Ganz im Gegenteil.

Probieren

Wer also in seinem Umkreis ein leseunwilliges Kind hat, der kann es ruhig einmal mit „Beast Quest“ versuchen. Die martialischen Cover sind oft der perfekte Einstieg in die Welt des gedruckten Wortes. Ich kann es nur sehr empfehlen; auch wenn ich diese Reihe allenfalls als ‚Einstiegsdroge‘ bezeichnen würde.

Viel Glück damit! 🙂


Anmerkungen

Link zur Spezial-Seite des Verlags


Potenzielle junge Leser sollten

  • Nicht allzuviel Angst vor Monstern unter dem Bett haben
  • Abenteuerlustig sein

Sprechen Sie doch mit Ihrem Kind über das Buch!

  • Wärst Du lieber ein Kämpfer oder ein Zauberer?
  • Welchem Monster möchtest Du am liebsten selbst begegnen?
  • Was würdest Du tun, wenn Du plötzlich Tom oder Elenna wärst?
  • Hättest Du lieber ein Pferd – oder einen Beschützer-Wolf?

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Viel Erfolg in der kommenden Zombie-Apokalypse! Wer meinen (einschlägigen) Buchempfehlungen folgt, der hat Chancen. Allen anderen kann ich nur empfehlen als Zeichen des Widerstands wenigstens nicht lecker zu schmecken. :)

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