Buch

Alien – In den Schatten

1979 betrat eine der ersten Action-Heldinnen der Welt die Bühne: Ripley, die Alien-Jägerin. Dass sie, kurz nach ihrer ersten Begegnung mit HR Gigers Alptraum, noch ein Abenteuer vor dem nächsten Abenteuer erlebte, erzählt Tim Lebbon.

Es ist nie leicht eine Heldin zu sein

alienindenschattenMeine Güte. „Alien“ war schon immer einer meiner Favoriten. Wenn Ripley tonnenweise schwere Munition auf säureblutende Überwesen verschoss, die wohl wie kaum ein anderes Wesen in der Galaxis der „Zweigesichtigkeit“ alle Ehre machen, dann fand ich das schon immer faszinierend. Nicht so sehr der Brutalität wegen, mit der die Filme inszeniert wurden. Vielmehr war es die durchdachte Grausamkeit, die mich reizte. Denn schließlich lässt Ridley Scotts Meisterwerk auch tief in die Seele der Menschheit und ihrer Konzerne blicken, die der eigentliche Auslöser für die immer wiederkehrenden Schrecken sind, die von HR Gigers Monstern ausgehen.

Von Monstern und Aliens

Dass die Auseinandersetzungen mit den Aliens überhaupt zu Stande kommen liegt nämlich zu einem Gutteil daran, dass diese Wesen militärisch ausgesprochen nützlich währen. Ihre Panzer sind unglaublich stark, ihr Verhalten absolut rücksichtslos und selbst im Tod richten sie (dank des Säurebluts) noch jede Menge Schaden an. All das klingt doch stark nach einer Waffe, oder nicht? Und die unglaublichen Wachstumsraten sind dabei sozusagen das Sahnehäubchen.

Im Grunde geht es, zumindest aus Sicht der Konzerne, nur um eines: Exemplare dieser Wesen zu fangen und für entsprechende Zwecke zu modifizieren. Hol-das-Stöckchen-spielen, sozusagen. Nur mit Mord und Totschlag. Dabei riskieren natürlich tapfere Raumfahrer, Bergleute und eine Menge anderer ihr Leben. Dass es sich bei ihrem Tod lediglich um einen kalkulierten Verlust handelt wissen sie jedoch nicht.

Wir haben also erlebt, wie die Biester Raumstationen, Bodenstationen und vor allem Menschen auseinandernehmen. Dass Ripley, gespielt durch Sigourney Weaver, dabei eine große Rolle spielt wissen wir schon allein deshalb, weil wir natürlich alle sämtliche Filme gesehen haben. Was aber, wenn das gar nicht alles war?

Dass sich zwischen dem ersten und dem zweiten Teil der Filmreihe nämlich noch eine weitere Geschichte ereignet hat – das hat man uns bisher vorenthalten.

Die Lücke schließen

Es gibt also eine Lücke in den Erzählungen, die Tim Lebbon nun schließt. Er erzählt, wie Ripley alles andere als zufällig auf einen weiteren Haufen der vielleicht finstersten außerirdischen in der Geschichte fantastischer Erzählungen stieß. Und er erzählt davon, wie diese Biester sich Stück um Stück der Erde nähern, unterstützt von einer Person (oder vielmehr: Persönlichkeit) mit der niemand mehr gerechnet hätte. Und wir sprechen dabei nicht von Ripleys Katze, die sie aus dem ersten Alien-Film gerettet hat.

Nahtlos greift er also Erzählstränge auf, die 1979 begonnen wurden – und knüpft sie ebenso gekonnt an den Beginn des zweiten Films. Dass er dabei genau den richtigen Ton trifft macht das Buch zu einer wunderbaren Fortsetzung des Originals. Es bietet sich deshalb unbedingt an sich die Filmreihe noch einmal anzusehen – mit diesem kleinen Intermezzo zwischendrin. Charme und Flair fehlen jedenfalls nicht, auch wenn die mit dem Buch geschlossene Lücke zuvor noch nicht einmal geklafft hat.

Die Krönung: Das Hörspiel

Noch (viel!) dichter an der Atmosphäre von „Alien“ ist allerdings das von Audible aufwendig produzierte Hörspiel, das ich Euch ans Herz legen möchte. Jeder Sprecher ist ein Meister seines Fachs. Schon nach den ersten paar Sätzen spürt man die gewohnt-gewünschte Beklemmung des Weltraumhorrors, als säße man vor dem Fernseher. Das Bild mag fehlen – der Gruselfaktor nicht.

Fazit

Also: Lest das Ding, wenn Ihr mit den Themen „Horror“ oder „Weltraum“ etwas anfangen könnt. Und inhaliert es, wenn beides Euer Ding ist. Wenn Ihr die Wahl zwischen dem Text und dem Ton habt – dann kann ich Euch leider auch nicht helfen. 😉


Das Buch

ISBN 978-3-45331561-7
Preis (D) € 8.99 | (A) € 9.30
Link zum Buch auf der Website des Verlags
Das Audible HÖRSPIEL

About the author

DerSinn

Sinn ist Vater zweier Kinder, Buchhändler und jemand, der nicht gern von sich selbst in der dritten Person schreibt. Manchmal muss er das aber - und dann versucht er sich in eine Art Subtext zu retten, den nicht alle immer gut verstehen.

Viel Erfolg in der kommenden Zombie-Apokalypse! Wer meinen (einschlägigen) Buchempfehlungen folgt, der hat Chancen. Allen anderen kann ich nur empfehlen als Zeichen des Widerstands wenigstens nicht lecker zu schmecken. :)

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